Montag

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Achte gut auf diesen Tag
denn er ist das Leben –
das Leben allen Lebens.
In seinem kurzen Ablauf liegt alle seine
Wirklichkeit und Wahrheit des Daseins
die Wonne des Wachsens,
die Größe der Tat,
die Herrlichkeit der Kraft.
Denn das Gestern ist nichts als ein Traum
und das Morgen nur eine Vision.

Das Heute jedoch, recht gelebt,
macht jedes Gestern
zu einem Traum voller Glück
und jedes Morgen
zu einer Vision voller Hoffnung.

Darum achte gut auf diesen Tag.


Dschela ed-Din Rumi

 

Haltestelle

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Zwei Philosophen stehen an einer Bushaltestelle.

Fragt der eine: „Entschuldigung, wissen Sie, wie spät es ist?“

Darauf der andere: Nein, aber reden wir doch darüber“.

 

 

Image source Wikipedia

 

Sich von leeren Worten lösen

Mystik aktuell

Was die meisten Menschen sagen, ist mehr oder weniger bedeutungslos, da sie es aus irgendwelchen Büchern oder anderen Menschen übernommen haben. Um Zugang zum Eigentlichen zu gewinnen, muss man sich von leeren Worten lösen.

Um zur Wirklichkeit zu erwachen, darf man sich nicht mehr auf Bücher verlassen, denn der Dharma ist jenseits von Worten, Schriften und Predigten, und man kann ihn nicht in einer Fülle von Erklärungen finden.

Darum halten die, die auf dem Wege zur Erleuchtung sind, sich nicht mehr an bloße Worte, sondern an den Sinn, und indem sie zur Wirklichkeit erwacht sind, haben sie die Lehre hinter sich gelassen.

Hui Hai (720-814)

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Durchreise

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Auf Durchreise hier
In Träumen bei dir
Zeit knapp gewählt
Verdichtet, erzählt
In Worten gemalt
Mit Leben bezahlt.

 

ENT

Hund

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Bei Denkern in der Geschichte der Philosophie spielt die Zuneigung zu Hunden eine besondere Rolle. Von Diogenes von Sinope (ca. 405-320 v.Chr.) erzählt man sich folgende Begebenheit:  Als Alexander der Große sich beim Philosophen mit den Worten „Ich bin Alexander, der große König“ vorstellte, erwiderte Diogenes: „Und ich bin Diogenes, der Hund“. Diogenes, der freiwillig das Leben der Armen lebte, wurde von den Athenern „Hund“ genannt. Es lag wohl daran, dass er  an den Hunden das Ideal der Bedürfnislosigkeit erkannt und sein Leben auf das Notwendigste beschränkte.

 

(Quelle: Der Philosophische Kalender 2016, Der Hund als Ideal)

Weide

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William Butler Yeats

Drunten beim Weidengarten

Drunten beim Weidengarten bot mir mein Lieb den Gruß
Glitt durch den Weidengarten mit kleinem weißem Fuß.
Sie hieß mich leicht zu lieben, wie’s Blatt am Baum gedieh
Doch ich war jung und töricht und dachte nicht wie sie.

In einem Feld am Strome mit meinem Lieb ich stand,
Und auf die Schulter legte sie mir die weiße Hand.
Sie hieß mich leicht zu leben, wie’s Gras am Ufer quoll
Doch ich war jung und töricht – bin nun von Tränen voll.

 

 

 

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